Ex-Profi Paul Voß gibt Comeback für ein Rennen
Maz 09.01.2019

Paul Voß tritt überraschend bei den Deutschen Meisterschaften im Radcross am Wochenende in Kleinmachnow an. „Ich mag den Cross und da das Rennen vor der Haustür stattfindet, habe ich mich entschlossen mitzumachen“, sagt der 32-Jährige, der nach der Saison 2016 seine Profi-Karriere beendet hatte. Der sportliche Leiter und Trainer beim LKT-Team Brandenburg plant auch nur ein Comeback für ein Rennen. „Ich fahre da aus Spaß mit, will das Rennen bei der Männer-Elite ein bisschen spannend machen. Wenn ich in die Top Ten komme, wäre das in Ordnung. Ich fahre da nicht mit, um gewinnen zu können.“ Trainiert hat der Potsdamer, der mittlerweile in Berlin wohnt, in den letzten Tagen schon öfters auf dem Meisterschaftskurs in den Kiebitzbergen. „Da brauche ich nur 20 Minuten mit dem Rad, um auf der Strecke zu sein. Die Düne fahre ich schon hoch, aber für die Meisterschaft ist da eine Schikane eingebaut. Da werden wohl alle absteigen und das Rad auf die Schulter nehmen“, schätzt er ein.
Bei der Tour de France im Bergtrikot
Voß, der mit Tour de France (dreimal), Giro d’Italia (einmal) und VueltaEspana (zweimal) bei allen drei großen Landesrundfahrten als Straßenprofi dabei war und bei der Tour 2016 auf der ersten Etappe das Bergtrikot erobern konnte, kann sich noch gut an die Deutschen Meisterschaften im Radcross 2005 erinnern, die ebenso in Kleinmachnow über die Bühne gingen. Damals wurde er Zweiter in der U23 hinter Finn Heitmann. „Ich war dabei zu gewinnen, hatte dann aber technische Probleme“, erinnert sich Voß, der auch für 2019 auf eine Querfeldein-Tour ohne Pannen hofft. „Mein Crossrad hält hoffentlich durch, Defekte kann ich nicht gebrauchen.“
Fit genug fühlt er sich jedenfalls. „Im vergangenen Jahr bin ich zwar nur etwa 7000 Kilometer mit dem Rennrad gefahren, das ist im Vergleich zu früher nichts. Aber ich bin viel gejoggt. Ich will ein bisschen Spaß haben und ein gutes Rennen für mich abliefern“, lautet seine Devise.
Von Peter Stein