Teilnehmer-Ansturm auf die Kiebitzberge Kleinmachnow ist bereit.

Teilnehmer-Ansturm auf die Kiebitzberge

Kleinmachnow ist bereit. Am Wochenende finden in den Kiebitzbergen die Deutschen Meisterschaften im Radcross statt. Zum vierten Male bereits. Radsport-Prominenz ist auch dabei.


Quelle: foto: Bernd Gartenschläger

Kleinmachnow ruft und es kommen so viele wie noch nie. Walter Röseler, der Cheforganisator der Deutschen Meisterschaften im Radcrossvom RSV Eintracht 1949 am Wochenende, verkündete am Dienstag über 600 Anmeldungen inklusive der Hobbyfahrer.

Der 2,9 Kilometer lange Rundkurs in den Kiebitzbergen gilt deutschlandweit als einmalig, die Radsportler lieben die besondere Herausforderung mit der Sanddüne als Scharfrichter. Philipp Walsleben, der in der Organisation mithilft, könnte ein Lied davon singen. Der ehemalige U23-Weltmeister und sechsmalige deutsche Meister, der im letzten Jahr seine Profikarriere im Radcross beendet hatte, meinte: „Wir werden tolle Rennen erleben. Die Strecke gibt einfach alles her, was Radcross ausmacht. Der Berg ist dabei nur eine Herausforderung.“ Auf den Straßenpassagen im Sportforum sind die Akteure bis zu 50 km/h schnell, in der besonderen technischen Herausforderung in Form einer Schnecke müssen sie eine 180-Grad-Wendung einlegen. Bei freiem Eintritt rechnet Röseler mit 3000 Zuschauern, die am Samstag und Sonntag den Kurs säumen werden.

Strecke in Form einer 8

Es wird auch extra eine Brücke eingebaut, damit die Strecke in Form einer 8 gestaltet werden kann und die Fahrer regelgemäß zweimal am sogenannten Depot vorbeikommen, wo notfalls ein Ersatzrad bereitsteht. Denn aufgrund des regnerischen Wetters der letzten Tage dürften sich die natürlichen Herausforderungen bei der Schlammschlacht zwischen Düne und Freibad noch steigern. Die charakteristische Sanddüne entstand übrigens nicht auf natürlichem Wege, sondern 1900 bis 1906 mit dem Aushub für den Teltowkanal. Schon 1971 wurde dort erstmals ein Radcross ausgetragen – Cheforganisator damals wie heute Walter Röseler (69), dem am Wochenende inklusive der Streckenposten über 50 ehrenamtliche Helfer zur Seite stehen. Schon vor Weihnachten hatte eine Gruppe den Wald regelrecht gefegt. Nun erleben die Kiebitzberge nach 2003, 2005 und 2012 bereits ihre vierten Deutschen Meisterschaften.

Titelverteidiger sind am Start

Favorit bei der Männer-Elite ist Titelverteidiger Marcel Meisen. Der gestern 30 Jahre alt gewordene Stolberger ist Radcross-Profi im belgischen Team Corendon-Circus. Mit Sascha Weber (Freiburg) und Manuel Müller (Wyhl) sind auch der Zweite und Dritte des Vorjahres dabei. Für die Besten geht es zugleich um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften drei Wochen später in Bogense/Dänemark. Auch bei den Frauen ist mit Elisabeth Brandau (Schönaich) die Meisterin des Vorjahres wieder am Start.

Mit Hanka Kupfernagel (Gera) hat sich eine Ex-Weltmeisterin extra für Kleinmachnow zurückgemeldet. Sie konnte in der Vergangenheit schon mehrfach in den Kiebitzbergen triumphieren. Sie lockt ebenso die Einmaligkeit der Strecke wie Ex-Profi Paul Voß aus Potsdam bei den Männern. „Damit gibt es zwei sehr prominente Fahrer als zusätzliche Zugnummern“, stellte auch Philipp Walsleben heraus, der bereits als Jugendlicher seine ersten Meistermeriten auf der Hausstrecke in den Kiebitzbergen erringen konnte.

RSV Eintracht mit Sportlern dabei

Vielleicht kann ihm ja Phillip Unterberger vom gastgebenden RSV Eintracht nacheifern, der in der U17-Jugend antreten wird. Mutter Birgit Unterberger hat für die Frauen-Elite gemeldet. Mit Clea Seidelvom gleichnamigen Radteam aus Luckenwalde in der U23 stellt sich eine weitere aussichtsreiche Radsportlerin aus der Region vor. „Viele Sportler aus Sachsen, Niedersachsen, Berlin und Hamburg haben in den letzten Wochen schon auf der Strecke trainiert“, berichtete Röseler. „Alle sind heiß auf Kleinmachnow und wir sind bereit.“

Quelle: maz 09.01.2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.